Beim Spielen im Park, im Schwimmbad oder im Urlaub – Wer mit Kindern unterwegs ist sollte stets darauf achten, dass diese ausreichend vor der Sonne geschützt sind. Neben Kopfbedeckung und UV-Kleidung ist hier auch die richtige Sonnencreme besonders wichtig. Aber brauchen Kinder eine spezielle Sonnencreme? Was ist der Unterschied zwischen Kindersonnencreme und Sonnencreme für Erwachsene?
Spezielle Sonnencreme für Kinder – Ist das notwendig?
Laut oekotest.de brauchen Kinder nicht unbedingt eine spezielle Kindersonnencreme – wichtig sei der hohe Lichtschutzfaktor. Denn die Haut von Babys und Kindern ist besonders dünn und zu starke UV-Belastungen oder gar Sonnenbrände in der Kindheit erhöhen das Risiko, später Hauptkrebs zu bekommen. Kinder sollten daher immer mit Sonnencremes mit Lichtschutzfaktor 50 oder 50+ eingecremt werden.
Grundsätzlich können Kinder und Erwachsene dieselben Sonnencremes verwenden, betont auch die Stiftung Warentest. Die Unterschiede zwischen Sonnencreme für Kinder und Erwachsene liegen neben dem höheren Lichtschutzfaktor bei Kindersonnencremes vor allem darin, dass diese laut den Angaben der Anbieter häufig parfumfrei sind und ohne Duftstoffe auskommen. Das ist für Kinder wichtig, die auf Duftstoffe allergisch reagieren.
Darüber hinaus sollte man bei der Auswahl der Sonnencreme darauf achten, mit welchem UV-Filter das Produkt wirkt. Denn einige dieser Filter werden von oekotest.de als bedenklich eingestuft.
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Sonnencreme für Kinder: Diese UV-Filter sollte man vermeiden
Manche Eltern befürchten, dass Sonnenschutzfilter vor allem bei Babys und Kleinkindern Allergien auslösen könnten. Für derartige Annahmen liegen laut der Stiftung Warentest nach Einschätzungen von Dermatologen jedoch keine ausreichend wissenschaftlichen Studien vor. Dennoch werden einige UV-Filter als bedenklich eingestuft, allerdings aus anderen Gründen. Laut oekotest.de sollten Sonnencremes mit folgenden UV-Filtern nicht verwendet werden:
Homosalat: Daten aus Tierversuchen weisen darauf hin, dass dieser UV-Filter Leber, Nieren und Schilddrüse schädigen könnte.
Octocrylen: Aus diesem UV-Filter kann sich Benzophenon bilden, das als wahrscheinlich krebserregend gilt.
Sowohl für Homosalat als auch für Octocrylen gibt es zumindest aus Zellversuchen Hinweise auf eine mögliche hormonelle Wirkung.
Sonnencremes für Kinder: Vorsicht vor Konservierungsmitteln und PEG-Verbindungen
Bei der Auswahl der richtigen Sonnencreme für Kinder, sollte man auch darauf achten, ob Konservierungsmittel oder Flüssigplastik enthalten sind. Laut oekotest.de besagt die Kosmetikverordnung, dass Hersteller Silberchlorid in Mitteln für Kinder unter drei Jahren nicht einsetzen dürfen. In einer der von oekotest.de getesteten Kindersonnencreme war dieses umstrittene Konservierungsmittel jedoch trotzdem enthalten. Kindersonnencremes enthalten darüber hinaus teilweise umstrittene PEG-Verbindungen, die fettige und wasserlösliche Komponenten miteinander verbinden. Diese können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen und sollten daher vermieden werden. Unabhängig davon, ob man für Kinder eine Erwachsenen- oder Kindersonnencreme kauft, lohnt sich hier also das Prüfen der Inhaltsstoffe.
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Welches Sonnenschutzmittel für Kinder ist das Beste?
Solange der Lichtschutzfaktor hoch genug ist und keine schädlichen Inhaltsstoffe enthalten sind, können Kinder auch ganz „normale“ Sonnencreme verwenden. Wer für seine Kinder dennoch eine spezielle Kindersonnencreme kaufen möchte, fragt sich vielleicht, welches Produkt hier am besten geeignet ist. Die besten Sonnenschutzmittel für Kinder werden in der Juli-Ausgabe (2023) der Stiftung Warentest aufgeführt. Die Stiftung Warentest prüfte insgesamt 19 Sonnenschutzmittel für Kinder. Nur zwei der 19 Produkte bekamen die Note „sehr gut“. Dabei handelt es sich um die Cien Sun Kids Sonnencreme von Lidl für 2,75 Euro und das Sunozon Kids Sonnenspray von Rossmann für 1,68 Euro (Preis je 100 Milliliter). Neun weitere Produkte bekamen die Note „gut“. Unter den restlichen acht getesteten Produkten waren vier Sonnenschutzmittel, welche die Note „mangelhaft“ erhielten - darunter waren auch drei sehr teure Naturkosmetik-Produkte - für bis zu 24 Euro pro 100 Milliliter.
mit dpa