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Corona Kreis Göppingen

Warten auf den Badespaß

Die Betreiber der Freibäder im Landkreis warten auf die aktualisierte Corona-Verordnung des Landes und sind nur sehr verhalten optimistisch. Bis 3. Mai bleiben die Bäder auf jeden Fall geschlossen.

Niemand weiß, wie lange der Dornröschenschlaf der Freibäder – hier Bad Boll – noch dauert.
Niemand weiß, wie lange der Dornröschenschlaf der Freibäder – hier Bad Boll – noch dauert.
dpa

Endlich Freibadwetter. Anfang Mai öffnen die Bäder traditionell ihre Pforten – doch in diesem Jahr ist, wie in den meisten Lebensbereichen, alles anders. Von Lauterstein bis Bad Boll, von Salach bis Ebersbach: Überall im Landkreis herrscht bei den Kommunen, die Freibäder betreiben, wenig Optimismus, dass die Becken im kommenden Monat den Besuchern zur Verfügung stehen. Trotz des Coronavirus rüsten sich aber einige Gemeinden für die Saison.

Freibad-Start schon am 9. Mai 2020?

„Wir bereiten alles vor, ganz normal“, sagt Daniel Schilpp, Fachangestellter für Bäderbetriebe im Uhinger Freibad. Er geht bislang davon aus, dass die Becken in der nächsten oder übernächsten Woche mit Wasser gefüllt werden. Geplanter Eröffnungstermin in Uhingen ist bislang der 9. Mai. Ist der Termin zu halten? „Das hofft jeder“, sagt Schilpp.

Schließung mindestens bis 3. Mai

Bis mindestens 3. Mai müssen die Freibäder laut der Corona-Verordnung des Landes geschlossen bleiben. Dennoch wird das Schachenmayr-Freibad in Salach am 4. Mai definitiv noch nicht öffnen, bekräftigt Barbara Fetzer, Leiterin der Finanzverwaltung der Kommune. „Wir werden im Laufe des Mais entscheiden.“ Es laufe noch kein Wasser in die Becken – „das würde ja jetzt keinen Sinn machen“, sagt die Kämmerin. Die Gemeinde werde die Vorgaben abwarten, die vom Land kommen. „Dann muss man sich anschauen, ob sie sich auch umsetzen lassen“, meint Fetzer – für den Fall, dass das Land überhaupt die Öffnung der Bäder zulässt. Die Vorbereitungen laufen, ob und wann eröffnet wird, sei aber unklar, heißt es aus dem Donzdorfer Rathaus.

Auch in Bad Boll sind Mitarbeiter der Kommune im Bad zugange: „Die Saison wird von uns technisch vorbereitet und es wird geputzt“, berichtet Christian Gunzenhauser, Leiter der Haupt- und Finanzverwaltung. Traditionell werde das Boller Bad jedes Jahr am 15. Mai eröffnet: „Aber ich weiß es nicht, weil ich nicht weiß, was in der Fortschreibung der Corona-Verordnung steht.“

In Weißenstein wird saniert

Mehr kann auch Marita Bathe, Pressesprecherin der Stadt Ebersbach nicht berichten: „Es ist einfach im Moment noch nicht sicher“, sagt sie. In Lauterstein wird das Freibad im Stadtteil Weißenstein derzeit saniert, berichtet Bürgermeister Michael Lenz. „Momentan richten wir den Betrieb danach aus, dass wir Ende Mai öffnen können.“ Ihm ist aber auch klar: „Das sieht im Moment eher nicht danach aus.“ So sehen es auch die Verantwortlichen der Bäder in Geislingen, Wiesensteig und Kuchen, sie warten ab, was die Politik vorgibt.

Wasser marsch in Göppingen

Wasser marsch heißt es hingegen schon im größten Freibad im Landkreis, in Göppingen. „Das Wasser läuft gerade ein“, erzählt Martin Bernhart, Chef der Energieversogung Filstal (EVF). Er muss allerdings abwarten, was die Landesregierung voraussichtlich am 30. April entscheidet: „Dass wir ganz ohne Auflagen davonkommen mit 7000 Leuten in der Spitze im Sommer, das glaube ich nicht, das ist ja wie eine Großveranstaltung.“ Da sei der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht einzuhalten.

Mögliche Begrenzung der Besucherzahlen

Unpraktikabel sei es vermutlich, den Einlass ins Bad auf beispielsweise 1000 Gäste zu begrenzen. „Dann ist der 1001. unglücklich“, meint Bernhart und verweist auf ein weiteres Problem: „Was mache ich dann mit den vielleicht 5000, die vor der Tür stehen?“ Auch eine zeitliche Begrenzung des Besuchs sei möglich, aber nicht viel praktikabler, weil dann wieder hunderte Leute vor dem Tor stünden und darauf warteten, hineingelassen zu werden.

Für Bernhart gibt es noch weitere Fragen: „Wie schützen wir die Besucher vor den Mitarbeitern? Wie schützen wir die Mitarbeiter vor den Besuchern? Wie muss das ablaufen, wenn jemand zu reanimieren ist?“ Ein weiteres Problem: „Wir können ja auch nicht die Spiel- und Sportplätze aufmachen, wenn sie draußen zu sind.“ Deshalb ist für den EVF-Chef klar: „Es wird nicht so sein, dass wir die Türen aufmachen und alles so laufen lassen wie früher.“ Er verspricht aber: „Wenn es die Möglichkeit und die Freigabe gibt, werden wir aufmachen – das ist die Botschaft.“