Der Eurovision Song Contest 2025 findet vom 13. bis 17. Mai in Basel statt, nachdem der Schweizer Act Nemo mit „The Code“ im Vorjahr den Sieg holte. In diesem Jahr treten 37 Länder an – doch bereits im Vorfeld gibt es Diskussionen um die Beiträge aus Finnland und Malta. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) forderte Anpassungen sowohl an der finnischen Performance als auch am maltesischen Songtitel, da beide als zu gewagt empfunden wurden.
Finnland: Erika Vikman muss Auftritt anpassen
Die finnische Sängerin Erika Vikman wird mit ihrem Song „Ich komme“ für Finnland antreten. Ihr Beitrag, der auf Finnisch gesungen wird, gehört laut Wettquoten zum erweiterten Favoritenkreis. Doch nun sorgt die EBU für Aufregung: Sie kritisierte Vikmans Bühnenshow als „zu sexuell“ und forderte Änderungen an Outfit und Performance. Auch inhaltliche Anspielungen des Songs wurden beanstandet.
In einem Interview mit der schwedischen Zeitung Expressen äußerte sich die Sängerin empört: „Es ist nicht nur eine Sache, es ist alles. Sie wollen meinen Hintern bedecken. Wir müssen uns an ihre Regeln halten, aber es fühlt sich widersprüchlich an: Sie denken, das Problem mit meiner Show ist, dass sie ‚zu viel‘ ist – aber genau das ist meine ganze Sache.“
In einer Instagram-Story postete Vikman ein Bild von sich in einem provokanten Nonnen-Outfit mit dem Kommentar: „Es ist Teil des Prozesses, dass die EBU mit jedem Land über die geplante Performance spricht. Uns wurde gesagt, dass unser Auftritt ‚nicht für die ESC-Bühne geeignet‘ sei und ‚abgeschwächt‘ werden müsse. Das Kostüm war auch Teil der Kritik. Wir haben eine neue Version eingereicht und warten nun auf eine offizielle Antwort.“
Malta: Songtitel „Kant“ sorgt für Probleme
Nicht nur Finnland steht unter Beobachtung der EBU. Auch Malta musste seinen Beitrag überarbeiten. Der Song „Kant“ von Miriana Conte wurde beanstandet, weil die englische Aussprache des Titels an einen vulgären Ausdruck erinnere. Die britische BBC hatte sich über die mögliche Doppeldeutigkeit beschwert, woraufhin die EBU eine Namensänderung verlangte.
Inzwischen wurde der Titel des Songs in „Serving“ geändert. Das offizielle Musikvideo der neuen Version soll am 15. März 2025 auf YouTube veröffentlicht werden, wie Conte auf Instagram ankündigte.
EBU-Regeln: Künstler zwischen Kreativität und Zensur
Die aktuellen Fälle werfen erneut die Frage auf, wie weit die künstlerische Freiheit beim ESC gehen darf. Während die EBU stets betont, dass der Wettbewerb familienfreundlich sein soll, werfen Kritiker ihr vor, besonders weibliche Künstler mit freizügigen Inszenierungen härter zu regulieren. Die Kontroversen um Finnland und Malta zeigen, dass die Balance zwischen Ausdrucksfreiheit und Regelkonformität beim ESC weiterhin ein sensibles Thema bleibt.
„Kant“ zu anstößig - Malta muss ESC-Song wenige Tage vor Deadline ändern
Ob die Änderungen Einfluss auf den Erfolg der Künstler haben werden, bleibt abzuwarten. Der ESC 2025 verspricht jedoch bereits jetzt spannende Diskussionen – noch bevor die erste Note gespielt wurde.