Mit ihrem Song „Baller“ vertreten Abor & Tynna Deutschland beim Eurovision Song Contest 2025 in Basel. Doch das Geschwisterduo stammt eigentlich aus Wien. Warum also singen zwei Österreicher für Deutschland? Ein Blick auf die ESC-Regeln und andere internationale Beispiele zeigt: Das ist gar nicht so ungewöhnlich.
ESC-Regeln: Nationalität spielt keine Rolle
Der ESC hat ein klares Regelwerk, das aber in einem Punkt besonders offen ist: Die Herkunft der Künstler spielt keine Rolle. Man muss weder in dem Land geboren sein, das man vertritt, noch dort leben. Entscheidend ist, dass der verantwortliche Rundfunkveranstalter eines Landes den Künstler auswählt.
So wurde Abor & Tynna von Stefan Raab und seinem Team aus insgesamt 3.281 Bewerbungen für den deutschen Vorentscheid „Chefsache ESC 2025“ ausgewählt. Obwohl sie aus Wien stammen, erfüllen sie damit alle Teilnahmebedingungen für Deutschland.
Kein Einzelfall: Internationale ESC-Vertreter
Dass Künstler nicht aus dem Land stammen, für das sie antreten, ist keine Seltenheit. Hier einige prominente Beispiele:
Céline Dion (Schweiz, 1988): Die kanadische Sängerin gewann den ESC mit „Ne partez pas sans moi“ – für die Schweiz.
Johnny Logan (Irland, 1980 & 1987): Der gebürtige Australier wurde zweimal zum irischen ESC-Helden.
Katrina and the Waves (UK, 1997): Die Band hatte Mitglieder aus den USA und Kanada, trat aber für Großbritannien an.
Natalia Barbu (Moldawien, 2007): Die moldawische Sängerin lebte zeitweise in Rumänien, trat aber für Moldawien an.
Unsere Hoffnung für den ESC – Das sind Abor & Tynna
Deutschland setzt auf Internationalität
Dass Deutschland auf internationale Talente setzt, ist nicht neu. Schon in der Vergangenheit traten hier Musiker an, die nicht in Deutschland geboren wurden oder ihren Lebensmittelpunkt woanders hatten. Der ESC steht für kulturelle Vielfalt – und Abor & Tynna fügen sich perfekt in diese Tradition ein.
Letztlich zählt beim ESC nicht der Pass, sondern die Performance. Und ob „Baller“ Deutschland in Basel zum Erfolg führt, entscheidet sich im Mai. Aber eines ist sicher: Die Herkunft der Künstler wird dabei keine Rolle spielen.