Lange hatte sie gezögert: Ausgerechnet die machtbewusste Ursula von der Leyen gab erst zu Beginn dieses Jahres offiziell bekannt, dass sie für eine zweite Amtszeit als EU-Kommissionspräsidentin antritt. Vielleicht haben die zurückliegenden fünf Jahre einschließlich Corona und Krieg selbst die Kräfte der Frau aus Niedersachsen strapaziert, deren Disziplin und Zähigkeit legendär sind. Vielleicht aber haben von der Leyen auch die unklaren Aussichten zögern lassen: Denn selbst wenn die europäischen Konservativen der EVP wie erwartet den Wahlsieg holen, heißt das für deren Frontfrau noch nicht viel. Die 65-Jährige muss zum einen erneut von den Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten aufgestellt werden, die schon 2019 bewiesen haben, wie wenig sie im Zweifel das Spitzenkandidatenprinzip kümmert.
Spitzenfrau mit begrenztem Rückhalt
Ursula von der Leyen (CDU) hat sich immer schon mehr um ihre Popularität außerhalb als innerhalb ihrer eigenen Partei gekümmert. Nicht ihr einziges Problem im aktuellen Europawahlkampf.
Ein Herz und eine Seele? Zweifel sind angebracht. Die beiden Parteichefs Markus Söder (CSU) und Friedrich Merz (CDU) und ihre Spitzenkandidatin für Europa: Ursula von der Leyen.
JOHN MACDOUGALL/AFP Ein Herz und eine Seele? Zweifel sind angebracht. Die beiden Parteichefs Markus Söder (CSU) und Friedrich Merz (CDU) und ihre Spitzenkandidatin für Europa: Ursula von der Leyen.
JOHN MACDOUGALL/AFP