Seit Monaten tobt nicht nur ein Krieg um den Gazastreifen. Sondern auch um die Deutung, ob es sich um einen Verteidigungskrieg Israels gegen die Hamas-Terroristen oder einen Angriffskrieg gegen die dortige palästinensische Bevölkerung handelt. Auch die Entscheidung des höchsten UN-Gerichts trifft darüber keine Wertung. Es belässt Israel in dem Dilemma, unter Vermeidung ziviler Opfer gegen eine Terrorgruppe vorgehen zu müssen, die eng mit eben dieser Zivilbevölkerung verwoben ist – problematisch auch im Hinblick auf den Vorwurf, um den es im Hauptverfahren eigentlich geht: Völkermord gegen Palästinenser im Gazastreifen.
Gefangen im Dilemma des Krieges
Der Internationale Gerichtshof verlangt von Israel bessere Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung im Gazakrieg. Das Urteil zu ignorieren, dürfte nicht im Interesse des Landes liegen – schon aus einem Grund.
Menschen mit der Flagge Palästinas demonstrieren vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Der internationale Druck auf Israel wird nach dessen Entscheidung wohl zunehmen.
Patrick Post/AP/dpa Menschen mit der Flagge Palästinas demonstrieren vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Der internationale Druck auf Israel wird nach dessen Entscheidung wohl zunehmen.
Patrick Post/AP/dpa