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Von Russland abgehörtes Gespräch der Luftwaffe

Für zwei Akteure ist der Schaden besonders groß

Dass Russland ein Gespräch von vier Offizieren der Luftwaffe abhören und veröffentlichen konnte, beschädigt die Glaubwürdigkeit des Kanzlers und das internationale Vertrauen in Deutschland.

Geht es nach der Union, muss sich Kanzler Olaf Scholz (SPD) wegen des Abhörskandals bei der Luftwaffe vor dem Bundestag erklären.
Geht es nach der Union, muss sich Kanzler Olaf Scholz (SPD) wegen des Abhörskandals bei der Luftwaffe vor dem Bundestag erklären.
ANDREAS SOLARO / AFP

Auch wenn das von Russland abgehörte Gespräch von vier Offizieren der Bundeswehr keine grundlegend neuen Informationen enthält, über die nicht zumindest Medien bereits berichtet hätten, ist der Abhörskandal doch für zwei Akteure in besonderer Weise peinlich: für die Regierung als solche und für den Bundeskanzler. Da sich solche Vorfälle in den vergangenen Monaten häufen, fragen sich ausländische Geheimdienste zunehmend, wie sicher es ist, mit Deutschland brisante Informationen zu teilen. Erst vor wenigen Monaten begann der Prozess gegen den mutmaßlichen Spion beim BND, Carsten L., der Zugang zu „streng geheimen“ Informationen hatte. Zerstörtes Vertrauen lässt sich nur mühsam wieder aufbauen.