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Vereinbarkeit im Bundestag

Wie Abgeordnete Mandat und Familie unter einen Hut bekommen – oder die Reißleine ziehen

Tage voller Termine, Nachtsitzungen und keine Elternzeit: Vereinbarkeit von Job und Familie im Bundestag ist nicht einfach. Einige Abgeordnete hören auf, andere blicken mit gemischten Gefühlen auf ihre Entscheidung. Lösungen zu finden, ist nicht einfach.

1999 wurde die Betriebskita des Bundestages in Berlin eingeweiht. Hier werden seitdem Kinder von Abgeordneten, aber vor allem von Mitarbeitenden des Parlaments betreut.
1999 wurde die Betriebskita des Bundestages in Berlin eingeweiht. Hier werden seitdem Kinder von Abgeordneten, aber vor allem von Mitarbeitenden des Parlaments betreut.
picture-alliance / dpa | Hubert_Link

Die Sommerpause ist vorbei, die Abgeordneten sind wieder im Alltag angekommen. Das heißt auch Arbeitstage von 7 bis 23 Uhr, Debatten mitten in der Nacht, dazu die für viele in der Bevölkerung oft „unsichtbare“ Ausschussarbeit. Da stößt man schnell an Grenzen, gerade beim Thema Vereinbarkeit. „Gleichberechtigte Elternschaft ist mit Spitzenpolitik nicht vereinbar“, sagt Sven-Christian Kindler. Den Job zu erfüllen und ein guter Vater und Partner zu sein und ein Privatleben zu haben – „fast ein Ding der Unmöglichkeit“, so der haushaltspolitische Sprecher der Grünen. Seit Corona hätten die Videokonferenzen nochmal zugelegt, heißt noch mehr Termine. „Man kann eigentlich rund um die Uhr arbeiten.“ Er fasste deswegen schon vor längerer Zeit den Entschluss, nicht mehr für den Bundestag zu kandidieren. Allerdings auch, weil es nach 16 Jahren mal gut sei und „Demokratie vom Wechsel lebt“, betont er.