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Tech-Milliardär will zum Mars

„Elon Musk, das ist wirklich ungebremster Größenwahn“

Elon Musk mischt die Politik auf. Doch warum will er den Mars besiedeln? Was verrückt klingt, ist Teil einer bizarren Ideologie, sagt Psychologe Christian Stöcker. Ein Gespräch über dystopische Träume der Tech-Mogule, Drogen und digitale Gehirne.

Ein James-Bond-Bösewicht an der Seite des künftigen US-Präsidenten: Tech-Milliardär Elon Musk mit Donald Trump.
Ein James-Bond-Bösewicht an der Seite des künftigen US-Präsidenten: Tech-Milliardär Elon Musk mit Donald Trump.
Brandon Bell/Pool Getty Images North America/AP/dpa

Elon Musk gilt als reichster Mensch der Welt – und wird nun auch noch einer der politisch mächtigsten. Er berät US-Präsident Donald Trump, trommelt für die AfD, mischt sich auch in Großbritannien in die Politik ein. Manche feiern das als „Disruption“ durch ein Genie. Ist das so? Christian Stöcker: Ich halte den Einfluss, den Elon Musk jetzt schon auf die US-Politik hat, für brandgefährlich. Mit Tweets auf seiner eigenen Plattform X macht er bereits unmittelbar Politik. So hat er das Haushaltsgesetz gestoppt – und das dann mit den Worten „Vox Populi, vox dei“ auf X gefeiert. Musk sieht sich selbst also schon als „Stimme des Volkes und Stimme Gottes“. Das zeigt schon deutlich, in welche Richtung der Mann gedanklich unterwegs ist, das ist wirklich ungebremster Größenwahn – und das mit direktem Zugriff auf die republikanische Partei und Präsident Donald Trump. Er greift mittlerweile permanent öffentlich demokratisch gewählte Staatschefs mit den USA verbündeter Staaten an und versucht sie, teilweise mit klarer Desinformation, zu diskreditieren. Aus demokratischer Sicht ist das alles eine extrem problematische Entwicklung.