Schauspiel und Schauspieler haben in der Politik keinen besonders guten Ruf. Die Tränen im Augenwinkel von FDP-Chef Christian Lindner oder der abgelesene Wut-Monolog von Kanzler Olaf Scholz (SPD) nach dem Ampel-Aus dürften das Ansehen dieser Form von Theater nicht verbessert haben. Dennoch: "Wie die soziale Welt besteht auch die politische Welt aus vielen Rollen", sagt der Wissenschaftler Oliver Lembcke. In der Politik sind diese zum Teil durch die Aufgaben definiert: Bundespräsident, Kanzler, Oppositionsführer. Darüber hinaus aber versuchen sich die Akteure an ihrer jeweils eigenen Interpretation, immer in dem Bestreben, vor allem den Inhaber der Rolle glänzen zu lassen: sich selbst also. Im beginnenden Wahlkampf gilt das umso mehr. Drei Beispiele:
Vorhang auf für die große Politik-Show
Der eine lässt Tränen glitzern, der andere deklamiert einen Wut-Monolog, der dritte gibt den Küchentischphilosophen. Politik ist manchmal auch Theater mit verteilten Rollen. Eine kleine Typologie.
Der Philosoph, der Beschützer und der Angreifer? Eine Momentaufnahme der Performance von Robert Habeck (Grüne), Olaf Scholz (SPD) und Friedrich Merz (CDU) im Bundestag.
Kay Nietfeld/dpa Der Philosoph, der Beschützer und der Angreifer? Eine Momentaufnahme der Performance von Robert Habeck (Grüne), Olaf Scholz (SPD) und Friedrich Merz (CDU) im Bundestag.
Kay Nietfeld/dpa