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Sanktionen beim Bürgergeld

Warum die Reform der Reform ein Drahtseilakt für Hubertus Heil ist

Die Debatte um das Bürgergeld köchelt seit Einführung der Sozial­reform vor sich hin. Weil sie immer wieder hochkocht, prescht nun der Arbeitsminister mit einer Verschärfung bei den Sanktionen vor. Das hat Kalkül.

Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales, hier beim SPD-Parteitag, muss die Balance eines gerechten Sozialstaats finden. Für Bürgergeld-Empfänger, die zumutbare Arbeit ablehnen, schlägt er deswegen strenge Sanktionen vor.
Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales, hier beim SPD-Parteitag, muss die Balance eines gerechten Sozialstaats finden. Für Bürgergeld-Empfänger, die zumutbare Arbeit ablehnen, schlägt er deswegen strenge Sanktionen vor.
Kay Nietfeld/dpa

Kaum eine deutsche Tugend wird so hochgehalten wie der Fleiß. Wer hierzulande fleißig ist, wer arbeitet, wenn er es kann, dem gebührt Respekt in der Gesellschaft. Und weil sich fleißig sein lohnen soll, debattiert das Land seit Monaten über das Bürgergeld, immerhin „die größte Sozialreform“ seit Jahrzehnten. Seit ihrer Einführung ist die Sozialleistung in Verruf geraten — und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) befindet sich in Zugzwang.