Der Stärkere gewinnt — das ist in der freien Wildbahn so, und oft bei Protesten auch. Wenn also die Bauern wegen der geplanten schrittweisen Abschaffung von Subventionen beim Agrardiesel halb Deutschland lahmlegen, zetteln sie damit auch einen Machtkampf mit der Bundesregierung an. Diese hat zwar schon halb nachgegeben, die Kfz–Steuer–Befreiung beibehalten und die Kürzungen beim Agrardiesel für die stark beanspruchte Branche zeitlich gestreckt. Die Bauern wollen aber das ganze Paket: alle staatlichen Förderungen behalten. Wenn man bedenkt, dass es hier um eine Branche geht, die mit ihren enormen Subventionen zu großen Teilen auf Kosten der Steuerzahler lebt, wirkt die Dimension ihres Aufstands — bei allem Verständnis für ihre Lage — überzogen.
Warum die Bundesregierung den Bauern nicht weiter nachgeben kann
Die Landwirte zeigen mit ihrem Protest, wie viel Ärger sich bei ihnen aufgestaut hat. Allerdings birgt die schiere Dimension ihrer Aktionen eine Gefahr.
Vor dem Brandenburger Tor in Berlin protestiert am Montag der Verband Freie Bauern. Deutschlandweit haben Bauernverbände zu einer Aktionswoche mit Kundgebungen und Sternfahrten aufgerufen. Sie soll am 15. Januar in einer Großdemonstration in der Hauptstadt gipfeln.
Jörg Carstensen / dpa Vor dem Brandenburger Tor in Berlin protestiert am Montag der Verband Freie Bauern. Deutschlandweit haben Bauernverbände zu einer Aktionswoche mit Kundgebungen und Sternfahrten aufgerufen. Sie soll am 15. Januar in einer Großdemonstration in der Hauptstadt gipfeln.
Jörg Carstensen / dpa