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Nach der Bundestagswahl

Baerbock will keine Führungsrolle in Grünen-Fraktion

Nachdem schon Robert Habeck angekündigt hatte, kein Spitzenamt bei den Grünen besetzen zu wollen, zieht die scheidende Außenministerin nun nach.

Außenministerin Annalena Baerbock bewirbt sich aus persönlichen Gründen für kein Spitzenamt.
Außenministerin Annalena Baerbock bewirbt sich aus persönlichen Gründen für kein Spitzenamt.
Christoph Soeder/dpa

Annalena Baerbock strebt kein führendes Amt in der Grünen-Bundestagsfraktion an. Sie habe sich „aus persönlichen Gründen entschieden, erst einmal einen Schritt aus dem grellen Scheinwerferlicht zu machen und mich für kein führendes Amt in der Bundestagsfraktion zu bewerben“, heißt es in einem Brief der Noch-Außenministerin an die Fraktion und den Landesverband Brandenburg. Darüber hatte zuerst der „Spiegel“ berichtet, der Brief liegt auch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor.

Während Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck einen Tag nach der Bundestagswahl seinen Rückzug aus der ersten Reihe angekündigt hatte, hatte Baerbock zuletzt offen gelassen, wie ihre politische Zukunft aussieht. Die 44-Jährige schreibt nun, sie habe „nach Jahren auf Highspeed ein paar Tage nachdenken wollen, was dieser Moment für meine Familie und mich bedeutet.“

„Kein Abschied“

Seit 2008 war Baerbock für die Grünen in unterschiedlichen Funktionen tätig. 2018 wurde sie zusammen mit Noch-Wirtschaftsminister Robert Habeck Parteivorsitzende, 2021 war sie Kanzlerkandidatin der Grünen, zuletzt Außenministerin. „In all dieser Zeit habe ich immer alles gegeben“, teilt Baerbock jetzt mit. „Ich bin dabei auch mal gestolpert, um es dann mit doppelter Kraft besser zu machen, weil mir unser Land mitten in Europa und unsere Partei so sehr am Herzen liegen.“ Diese „intensiven Jahre“ hatten zugleich „auch einen privaten Preis.“ Im vergangenen Jahr hatte sich Baerbock von ihrem Ehemann Daniel Holefleisch getrennt. Die beiden haben zwei Töchter. Baerbock wird mit der Vereidigung der neuen Regierung aus dem Amt scheiden.

„Zwei starke Frauen an ihrer Spitze“

Vor Baerbocks Schreiben war spekuliert worden, dass die 44-Jährige Grünen-Ko-Fraktionsvorsitzende werden wolle. Zurzeit stehen der Fraktion Britta Haßelmann und Katharina Dröge vor. Beide wurden erst kürzlich geschäftsführend im Amt bestätigt. „Mit zwei starken Frauen an ihrer Spitze beginnt jetzt ein neues Kapitel für unsere Fraktion“, betonte Baerbock in ihrem Brief.