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Milliardenverlust der Pflegekassen

Der Pflegeversicherung geht das Geld aus

Das Defizit der Pflegeversicherung fällt 2022 noch höher aus als 2021. Eigentlich hätten deshalb die Beiträge steigen müssen, doch das hat die Politik verhindert. Nun soll eine Reform helfen, die für 2023 angekündigt ist.

Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt, das lässt auch die Kosten steigen. Die Pflegeversicherung steckt in den roten Zahlen.
Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt, das lässt auch die Kosten steigen. Die Pflegeversicherung steckt in den roten Zahlen.
Tom Weller/dpa

Die Pflegeversicherung muss für 2022 ein noch größeres Defizit verbuchen als für 2021. Nach Angaben von Gernot Kiefer, Vize–Vorstandschef des Spitzenverbandes aller gesetzlichen Kranken– und Pflegekassen, ist im jetzt zu Ende gehenden Jahr ein Verlust von 2,2 Milliarden Euro aufgelaufen. 2021 hatte der Fehlbetrag noch 1,35 Milliarden Euro betragen. Und die Lage sei dabei „noch dramatischer, als es auf den ersten Blick erscheint“. Denn die Pflegeversicherung habe nur noch eine Finanzreserve von 5,7 Milliarden Euro. Das seien 1,2 Milliarden weniger als eigentlich gesetzlich vorgeschrieben — die Mindestreserve soll nämlich 1,5 Monatsausgaben betragen, was etwa 6,9 Milliarden entspricht und 2021 noch eingehalten wurde.