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Lage in Nahost

Israel wirft Hisbollah erneut Verstöße gegen Waffenruhe vor

Israel und die Hisbollah haben eine Feuerpause vereinbart. Doch wieder werden Zwischenfälle im libanesischen Grenzgebiet gemeldet.

Israelische Soldaten stehen auf gepanzerten Armeefahrzeugen vor der landwirtschaftlichen Siedlung Avivim an der libanesischen Grenze im oberen Galiläa.
Israelische Soldaten stehen auf gepanzerten Armeefahrzeugen vor der landwirtschaftlichen Siedlung Avivim an der libanesischen Grenze im oberen Galiläa.
Ohad Zwigenberg/AP/dpa

Das israelische Militär hat der Hisbollah-Miliz erneut vorgeworfen, seit Inkrafttreten der Feierpause mehrfach gegen die Vereinbarung verstoßen zu haben. Israelische Soldaten seien in den vergangenen Stunden im Einsatz gewesen, um zu verhindern, dass weitere Mitglieder der Miliz in den Süden des Libanons vordringen, teilte das Militär mit. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Die nach mehr als einem Jahr Krieg mühsam ausgehandelte Einigung sieht unter anderem vor, dass sich die Hisbollah gemäß einer UN-Resolution hinter den Litani-Fluss etwa 30 Kilometer nördlich der israelisch-libanesischen Grenze zurückzieht.

Zuvor hatte die israelische Luftwaffe laut Armeeangaben zwei Hisbollah-Mitglieder angegriffen. Israelischen Medien zufolge war es der zweite Drohnenangriff seit Beginn der Waffenruhe im Libanon. Die libanesische Armee, die eine wichtige Rolle bei der Umsetzung des Abkommens spielt, aber nicht aktiv Partei im Krieg zwischen der Hisbollah und Israel ist, warf Israel mehrere Verstöße gegen die Vereinbarung vor.

Waffenruhe gilt seit Mittwochmorgen

Israels Bodentruppen sollen innerhalb von 60 Tagen schrittweise aus dem Libanon abziehen. Derzeit ist die Armee aber nach eigenen Angaben weiterhin im Süden des Nachbarlandes im Einsatz, um gegen Verstöße gegen die Waffenruhe-Vereinbarung vorzugehen.

Seit Inkrafttreten der Waffenruhe am frühen Mittwochmorgen haben die intensiven gegenseitigen Angriffe zwischen der Hisbollah und Israel aufgehört. Ein israelischer Militärvertreter hatte am Mittwoch zur Bedeutung der Zwischenfälle für die Waffenruhe gesagt, es handele sich um „isolierte Vorfälle“, die in den ersten Stunden oder Tagen nach einer entsprechenden Vereinbarung passierten.