Der Unmut war groß, als im Jahr 2018 US–Präsident Donald Trump seinen neuen Botschafter nach Deutschland schickte. Richard Grenell scherte sich wenig um diplomatische Gepflogenheiten und eckte gern an. Er drohte öffentlich mit dem Ende von Geheimdienstinformationen aus den USA oder mit Folgen für die deutsche Wirtschaft, wenn sie Geschäfte mit dem Iran mache. Grenell war Trump–Großspender, kein gelernter Diplomat. Aber auch ausgebildete Botschafter sorgten in Berlin schon für Stirnrunzeln. So traktierte im vergangenen Jahr der ukrainische Gesandte Andryj Melnyk die Bundesregierung mit seinen Tweets, um sie zu Waffenlieferungen zu bewegen. Er verstieg sich bis zur Bezeichnung „beleidigte Leberwurst“ für Bundeskanzler Olaf Scholz.
Wie Annalena Baerbock den deutschen Botschaftern das Frechsein beibringen will
Deutschlands Diplomaten pflegten lange Jahre Zurückhaltung in öffentlichen Debatten. Vorbei. Unter Außenministerin Annalena Baerbock sollen sie in ihren Ländern künftig häufiger Klartext sprechen.
Ganz in Weiß: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (erste Reihe 2.v.l.) beim Treffen mit den deutschen Botschafterinnen und Botschaftern aus aller Welt Anfang dieser Woche in Berlin.
Bernd von Jutrczenka Ganz in Weiß: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (erste Reihe 2.v.l.) beim Treffen mit den deutschen Botschafterinnen und Botschaftern aus aller Welt Anfang dieser Woche in Berlin.
Bernd von Jutrczenka