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Jean Asselborn im Interview

„Ich mache mir keine Sorgen um Deutschland“

Er gehörte zu den wichtigsten Stimmen Europas, und auch im Politik-Ruhestand beobachtet Luxemburgs Ex-Außenminister Jean Asselborn das Weltgeschehen noch ganz genau. Ein Gespräch über die geplatzte Ampel, die US-Wahl und den Ukraine-Krieg.

„Wir müssen uns schämen, wie wir inzwischen mit Flüchtlingen umgehen“, sagt Jean Asselborn.
„Wir müssen uns schämen, wie wir inzwischen mit Flüchtlingen umgehen“, sagt Jean Asselborn.
picture alliance / SVEN SIMON

Manche nennen ihn den „letzten Europäer“: Tatsächlich gibt es wohl kaum jemanden, der sich so engagiert und vor allem so lange für die Belange der EU eingesetzt hat wie der Luxemburger Jean Asselborn. 19 Jahre, drei Monate und 17 Tage lang war er Außenminister seines Landes – europäischer Rekord. Dass er in dieser Zeit nicht nur der Stimme des kleinen Luxemburg Gehör verschaffte, sondern quasi auch zu einer der wichtigsten Stimmen Europas wurde, liegt nicht nur an seiner Vielsprachigkeit, sondern an seiner Liebe zum klaren, mitunter auch deftigen Wort. Auf sein berühmtes „Scheiße nochmal“ kommt er auch im Interview zu sprechen. Wir erreichen Asselborn am Telefon in München, quasi zwischen Podiumsdiskussion und Fernsehauftritt. Gefragter Gesprächspartner ist er auch im politischen Ruhestand.