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Frauen in der Politik

„Ich wäre heute nur ungern hauptamtliche Politikerin“

Sexismus und Hass schrecken ab. Ehemalige und aktuelle Abgeordnete berichten, warum das politische Geschäft für Frauen immer noch schwer ist.

Gerade online sind Kultur-Staatsministerin Claudia Roth und Außenministerin Annalena Baerbock (beide Grüne) regelmäßig Hass und Hetze ausgesetzt. Sexualisierte Gewalt im Netz trifft vor allem Politikerinnen – und stellt eine ganz andere Herausforderung dar, als Frauen in der Politik sie früher erfahren mussten.
Gerade online sind Kultur-Staatsministerin Claudia Roth und Außenministerin Annalena Baerbock (beide Grüne) regelmäßig Hass und Hetze ausgesetzt. Sexualisierte Gewalt im Netz trifft vor allem Politikerinnen – und stellt eine ganz andere Herausforderung dar, als Frauen in der Politik sie früher erfahren mussten.
TOBIAS SCHWARZ/AFP

Wenn nach der Wahl der neue Bundestag zusammenkommt, dürften deutlich weniger Frauen dabei sein als bislang. Der Frauenanteil dürfte nach einer Schätzung von Abgeordnetenwatch von knapp 36 Prozent auf nur noch 31,5 Prozent sinken. Das liegt zum einen daran, dass Union und AfD mehr Stimmen bekommen könnten und diese Parteien weniger Frauen in ihren Reihen haben. Zum anderen ziehen sich viele Frauen aus dem politischen Betrieb zurück, weil Anfeindungen, Hass und Hetze zunehmen. Außenministerin Annalena Baerbock sagte jüngst der „Zeit“: „Erst recht, weil meine Kinder zwischenzeitlich auch Sicherheitsschutz brauchten, kommt immer wieder der Gedanke auf: alles nur wegen dieses Jobs. Es wäre für alle viel einfacher, wenn ich aufhören würde.“ Heute wie früher, der politische Betrieb ist für Frauen besonders hart und anspruchsvoll.