„Der 8. Dezember 2024 geht für uns Deutsch-Syrer und Syrer in die Geschichte ein“, sagt Nahla Osman, Vorstandsvorsitzende des Verbandes Deutsch-Syrischer Hilfsvereine. Der Tag, an dem das Assad-Regime gestürzt wurde, ist „für uns Weihnachten, Ramadan und Opferfest zugleich“. Eigentlich sei er gar nicht der Typ für Versammlungen oder Demos, aber auch er konnte am Sonntag nicht einfach zu Hause sitzen bleiben, erzählt Anas Al Yaghshi. Der 38-jährige Deutsch-Syrer fuhr nach Berlin, zum Oranienplatz, feierte mit Hunderten Menschen das Ende des Assad-Regimes. Das gesamte Wochenende hatte er die Nachrichten, den Vormarsch der Rebellen verfolgt – dass es am Ende so schnell gehen sollte, hatte auch er nicht gedacht. Die Hoffnung, die Freude über den Sturz des Diktators war allgegenwärtig, berichtet er. Gleichzeitig bewegt ihn am Morgen danach vor allem eines: „Es macht mich traurig, dass gestern eine der ersten Fragen war, ob und wann ich zurückkehre.“
Wie es für Syrer in Deutschland weitergeht
Noch vor Kurzem haben acht EU-Staaten und etliche deutsche Politiker die Normalisierung der Beziehungen zur syrischen Diktatur von Baschar al-Assad verlangt. Nun wurde der Diktator gestürzt. Was bedeutet das für die Syrer in Deutschland?
Syrer in Berlin: Glückliche Menschen versammelten sich im Bezirk Neukölln und feierten den Vormarsch der Rebellen auf Damaskus.
Julius-Christian Schreiner/dpa
Syrer in Berlin: Glückliche Menschen versammelten sich im Bezirk Neukölln und feierten den Vormarsch der Rebellen auf Damaskus.
Julius-Christian Schreiner/dpa