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Falsche Belästigungsvorwürfe

Intrige gegen grünen Abgeordneten beschäftigt nun auch die Bundespartei

Die Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen den Bundestagsabgeordneten Stefan Gelbhaar waren offenbar erfunden. Misslich für die Bundesspitze ist, dass ausgerechnet ein führender Grünen-Politiker davon profitiert.

Im November mit 98,4 Prozent zum grünen Direktkandidaten von Berlin-Pankow gewählt, wegen erfundener Vorwürfe Wochen später durchgefallen: der Bundestagsabgeordnete Stefan Gelbhaar (Bündnis 90/Die Grünen).
Im November mit 98,4 Prozent zum grünen Direktkandidaten von Berlin-Pankow gewählt, wegen erfundener Vorwürfe Wochen später durchgefallen: der Bundestagsabgeordnete Stefan Gelbhaar (Bündnis 90/Die Grünen).
Annette Riedl/dpa

Die offenbar falschen Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen den grünen Bundestagsabgeordneten Stefan Gelbhaar weiten sich zu einem Problem für die Bundespartei aus. Wegen Anschuldigungen, die der Grünen-Ombudsstelle zugeleitet wurden, war Gelbhaar im Dezember zum Rückzug seiner Kandidatur für Platz 2 der Berliner Landesliste gedrängt worden. Profiteur war der Abgeordnete Andreas Audretsch, Wahlkampfmanager von Grünen-Spitzenkandidat Robert Habeck. Er konnte ohne Kampfkandidatur auf den Listenplatz gewählt werden. Auch die Direktkandidatur verlor Gelbhaar, der im November von den Grünen noch mit 98 Prozent dafür gewählt worden war, in einer neu angesetzten Wahl nach den Vorwürfen.