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Die unsichtbare Gefahr

Weshalb Erreger aus der Tierwelt für Menschen so gefährlich sind

Tollwut, HIV, Corona, Tuberkulose, Ebola: Wenn Krankheiten von Tieren auf Menschen überspringen, kann das überaus gefährlich werden. Vogelgrippe und Affenpocken zeigen: Es gibt immer neue Bedrohungen.

Krankheiten, die von Tieren auf Menschen überspringen, werden Zoonosen genannt. Was heißt: Infektionskrankheiten, die von Viren, Bakterien, Parasiten, Pilzen, Prionen verursacht werden, überwinden die biologische Barriere zum Menschen. Was sie für Menschen, deren Immunsystem den neuen Erreger nicht kennt, zu tödlichen Gefahren machen kann. Und für die es dann zunächst auch noch keine Behandlung und keine Immunisierung gibt. Anfang 1918 etwa hatte sich im Mittleren Westen der USA ein Vogelgrippevirus, wohl in Geflügel oder Schweinen präsent, mit einem menschlichen Virus gekreuzt und war auf den Menschen übergesprungen. Die später Spanische Grippe getaufte Pandemie, die bis 1920 weltweit wütete, raffte je nach Schätzung 20 Millionen bis mehr als 100 Millionen Menschen dahin. Sie hinterließ wahrscheinlich mehr Tote als jede andere Krankheit davor und danach in der Geschichte. Auch Corona dürfte aus dem Tierreich auf die Menschen übergegangen sein.