„Wo sind die Patienten geblieben?“ Das fragt sich nicht nur Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angesichts halbleerer Praxen und Kliniken. Das fragen sich vor allem die Ärzte quer durch Deutschland. So sagt Stephan Hofmeister, Vizechef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV): „Viele gehen vor lauter Angst vor Corona nicht mehr zum Arzt. Der Behandlungsbedarf aber ist ja nicht verschwunden.“ Schließlich sei die Hälfte der Patienten in den Praxen chronisch krank, häufig mit mehreren Leiden gleichzeitig. Zu normalen Zeiten seien das 800 000 bis 900.000 Patienten täglich. Wenn ein Teil davon wegen ausgelassener Praxis–Besuche eine drastische Verschlechterung des Gesundheitszustands erleide, könne das zu einer hohen Zahl von Todesfällen führen — unter Umständen zu einer höheren als von Covid–19–Opfern.
Unentdeckte Herzinfarkte und Krebserkrankungen: Patienten meiden wegen Corona Arztbesuche
Weil sich viele Patienten vor Ansteckung fürchten, vermeiden sie einen Arztbesuch. Unentdeckte Herzinfarkte und Krebserkrankungen sind die Folge