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Ampel-Pläne für die Alterssicherung

Der Traum von der ertragreichen Aktienrente

Die Ampelkoalition will das Rentensystem umbauen. Insbesondere die FDP hält das schwedische Modell für ein großes Vorbild. Doch es ist praktisch unmöglich, das bestehende System zu ändern, ohne die Beitragszahler zu überfordern.

Große Probleme, aber keine Lösungen – Experten sind immer noch entsetzt, wie dünn das Kapitel zur Altersvorsorge im Koalitionsvertrag geraten ist. „Das eigentliche Problem gehen die Koalitionäre nicht an: Wegen des Rentenbeginns der Babyboomer kann das Renten­niveau nicht dauerhaft so bleiben“, ist Joachim Ragnitz von der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts überzeugt. Nur etwa zwei von 177 Seiten des Koalitionsvertrags sind der Altersvorsorge gewidmet, wundert sich der Rentenfachmann Axel Börsch-Supan. Ziemlich wenig für ein System, das allein bei der gesetzlichen Rente rund 350 Milliarden Euro im Jahr bewegt, etwa ein Zehntel der deutschen Wirtschaftsleistung. Die Verdrängung des demografischen Wandels als „eine große Bedrohung für die finanzielle und soziale Nachhaltigkeit der Alterssicherung“ erinnert Börsch-Supan an den Umgang der Politik mit dem Klimawandel: von Nachhaltigkeit keine Spur.