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Corona Urlaub Südtirol

Neuinfektionen steigen an, 300.000 Schnelltests für den Herbst, Droht ein Mega-Stau am Brenner? –Die aktuelle Lage in Südtirol

In Südtirol steigen die Corona-Zahlen wieder leicht an. Unterdessen wird diskutiert, ob durch Gesundheitskontrollen ein Mega-Stau am Brenner droht.

Seit einigen Tagen steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Südtirol wieder leicht an.
Seit einigen Tagen steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Südtirol wieder leicht an.
dpa

Sommerferien im Ländle: Zahlreiche Menschen aus Baden-Württemberg fahren in den Urlaub. Ein beliebtes Reiseziel: Südtirol. Im Zuge der Corona-Pandemie wurden in der autonomen Provinz umfangreiche Sicherheitsauflagen eingeführt. Hier ein Auszug der wichtigsten Hygiene-Informationen für Touristen:

  • Dort, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, gilt die Maskenpflicht

  • Restaurants und andere gastronomische Betriebe dürfen nicht mehr Gäste empfangen, als es Sitzplätze gibt, und die Tische müssen so aufgestellt sein, dass die Abstandsregeln eingehalten werden können.

  • Auch im ÖPNV und in den Seilbahnen werden Kapazitäten begrenzt, Mindestabstände und regelmäßige Desinfektion müssen gewährleistet sein.

  • Frei- und Hallenbäder sowie Saunen und Dampfbäder dürfen Gäste empfangen.

  • Bei vielen Freizeit-Aktivitäten empfiehlt sich im Vorfeld eine Online-Buchung

Corona-Infektionszahlen in Südtirol steigen leicht an

Seit wenigen Wochen steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Südtirol wieder leicht an. Am Samstag (29. August) liegt die Gesamtzahl der Infektionen somit bei 2924, wobei 2442 Personen als geheilt gelten. Verstorben sind 292 Menschen.

In häuslicher Quarantäne befinden sich derzeit 1.613 Menschen.

Entwicklung der Corona-Zahlen in Südtirol überrascht nicht

Auf die aktuelle Entwicklung der Zahlen hat der Südtiroler Gesundheitslandesrat Thomas Widmann in einem Gespräch mit der örtlichen Sonntagszeitung „Zett“ verhältnismäßig gelassen reagiert. Hinsichtlich der momentanen Situation – mit einer Großzahl ausländischer Touristen im Land und Südtiroler Urlaubsrückkehrer – habe man bereits mit einem Anstieg der Neuinfektionen gerechnet. Man sei sogar überrascht, dass die Zahlen nicht noch höher ausfielen.

In einer Sitzung am Dienstag hat sich die Südtiroler Landesregierung mit den aktuellen Daten zur Verbreitung des Coronavirus befasst. Die Newsplattform „stol.it“ berichtet, dass sich die Situation erwartungsgemäß entwickelt hat. Wenn die Lage weiter so bleibe, seien keine weiteren Maßnahmen nötig, denn die Infektionsherde und -ketten seien bisher nachverfolgbar, fasste der Landeshauptmann Arno Kompatscher die Beurteilung der Experten zusammen.

Sorge um Mega-Stau am Brenner zerstreut

Die Verkehrslage rund um den Brenner ist derzeit ebenfalls Thema in Südtirol und Tirol. Nachdem es am Wochenende aufgrund von Grenzkontrollen im österreichischen Bundesland Kärnten zu einem Mega-Stau gekommen war, wurde ein ähnliches Szenario am Brenner befürchtet. Auf der Brenner-Bundesstraße und dem Autobahnübergang zwischen Italien und Österreich (italienische A22 / österreichische A13) wird seit 13. August ebenfalls stichprobenartig kontrolliert.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter erklärte laut dem Nachrichtenportal Südtirol News jedoch, dass offenbar kein Mega-Stau drohe. „Wir haben Interesse daran, dass die Gesundheitskontrollen durchgeführt werden. Aber so, dass die Flüssigkeit des Verkehrs aufrechterhalten wird“, wird Platter zitiert. Dies stelle angesichts des Urlauberreiseverkehrs eine „herausfordernde Situation dar, mit oder ohne Corona“. Die Lage am Brenner wäre zudem nicht mit jener in Kärnten vergleichbar. Das südliche Bundesland sei aufgrund der zahlreichen Rückkehrer aus Kroatien bzw. dem Balkan „wesentlich mehr betroffen“. Tirol sei zudem mit Südtirol und Italien gut abgestimmt.

Angela Merkel: Deutschlands Bundeskanzlerin streicht ihren Südtirol-Urlaub

Das kleine Dorf Sulden in den Südtiroler Bergen zählt gerade einmal knapp 400 Einwohner. Trotzdem ist es weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Der Grund: Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verbringt dort gerne gemeinsam mit Ehemann Joachim Sauer ihren Sommerurlaub. Doch in diesem Jahr hat die 66-Jährige andere Pläne – wohl auch wegen Corona. Auf die Frage, wo sie ihre freien Tage verbringt, antwortete Merkel in einem ZDF-Interview kurz und knapp mit: „Deutschland“.

Neue ÖPNV-Seite „Südtirol mobil“ ist online

Viele Touristen nutzen bei ihrem Aufenthalt in Südtirol den ÖPNV. Eine detaillierte Übersicht, wann und wo Busse sowie Züge fahren, gibt es seit Mittwoch (26. August) auf der neu gestalteten Website „Südtirol mobil“ und alternativ in der gleichnamigen Smartphone-App. Das berichtet das lokale Nachrichtenportal Südtirol News. Auf der neuen Website steht den Fahrgästen das gesamte öffentliche Verkehrsnetz der Regional-, Stadt- und Citybusse sowie alle Züge auf einen Klick zur Abfrage zur Verfügung.

Bald folgen sollen neue Funktionen wie Push-Meldungen und Ticketkauf via App, kündigte die Südtiroler Transportstrukturen AG an. Eine weitere Neuerung: Fahrgäste können eine eine adressgenaue Auskunft samt Wegbeschreibung zur nächsten Bushaltestelle oder zum nächsten Bahnhof abfragen. Dazu gehören auch die Fußwege.

Die App „Südtirol mobil“ gibt es im „Google Play Store“ für Android-Geräte und im Apple- „App Store“ für iOS-Geräte.

Stau am Berg: Wanderer ohne Abstand in den Südtiroler Bergen

Nach Information von Südtirol News kommt es in diesen Tagen in den Südtiroler Bergen immer wieder zu Menschenansammlungen bei Wanderern. gerade vor den Seilbahnen bildeten sich immer wieder Menschengruppen. Ein Südtiroler Hausarzt warnt davor die Hygieneregeln zu missachten.

Südtirol: 300.000 Corona-Schnelltests für den Herbst

Das lokale Tagblatt Dolomiten berichtet, dass sich der Südtiroler Sanitätsbetrieb mit 300.000 Schnelltests für eine mögliche verschärfte Infektionslage im Herbst wappnet. „Solange wir imstande sind, Neuinfektionen sehr sauber herauszufiltern, ihnen nachzugehen, sie qualitativ aufschlüsseln und abschließen zu können, haben wir die Situation im Griff“, sagt Dr. Marc Kaufmann, Leiter der Covid-Expertenkommission.

Südtirols Tourismusbranche sorgt sich um Herbst

Im Zuge der Corona-Pandemie hat Südtirols Tourismusbranche bereits vor Beginn der Hauptsaison mit drastischen Einnahmeausfällen kalkuliert. Wie das Nachrichtenportal Südtirol News unter Berufung auf verschiedene Medienberichte mitteilt, läuft es im August allerdings besser als ursprünglich erwartet. Zahlreiche Touristen kommen trotz Pandemie ins Land, füllen die Hotelzimmer. Dem Bericht zufolge machen sich Hoteliers und Gastwirte jedoch Sorgen um den Herbst. Im September und Oktober soll es um die Buchungslage nicht gut bestellt sein. Im September sei momentan noch rund die Hälfte der Betten frei. Die Branche hofft auf eine Besserung der Corona-Lage und in Folge auf spontane Buchungen.

Kann der Bozner Christkindlmarkt im Winter stattfinden?

Der Bozner Christkindlmarkt ist im Winter eine beliebte Touristenattraktion. Bereits jetzt wird debattiert, ob das Event in der Corona-Krise überhaupt über die Bühne gehen kann. Wie das Tagblatt Dolomiten berichtet, steht eine endgültige Entscheidung noch nicht fest. Den Aussagen des Wirtschaftsstadtrats Stephan Konder zufolge findet der Markt zu 90 Prozent statt, wenn die Infektionszahlen nicht exorbitant in die Höhe schießen. Es gebe täglich Sitzungen zu diesem Thema, bei der die aktuelle Entwicklung analysiert wird.