Bei der Corona-Konferenz am 25.11. entscheiden Bund und Länder über neue Maßnahmen für die Schulen
Es gibt Planspiele für Teilschließungen ab Klasse 7/8 oder ab Klasse 11
Ausschlaggebend ist insbesondere eine Inzidenz von 50 oder von mehr als 200
Vor dem Corona-Gipfel am 25.11. haben sich Bund und Länder an den Schulen für Präsenzunterricht ausgesprochen - machen dabei jedoch einige Einschränkungen, wie nun aus diversen durchgesickerten Beschlussvorlagen hervorgeht. Auch im Kita-Bereich herrscht Unruhe wegen Corona.
Laut dpa sollen die Schulen ab Klasse 11 möglicherweise schon bei erhöhter Inzidenz von deutlich über 50 auf Wechselunterricht in halben Klassen umstellen. Das Lernen zuhause und in der Schule könnte dann abwechselnd stattfinden, heißt es. Allerdings sollen zumindest die Abschlussklassen möglichst durchgehend Präsenzunterricht bekommen, so die Planspiele.
Thema Schule beim Corona-Gipfel: Wechselunterricht schon ab Klasse 7?
Darüber hinaus könnte der Wechselunterricht bei einer Inzidenz von 200 und mehr schon ab der 7. oder 8. Klasse kommen, berichtet dpa. Lediglich bei weniger als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche sollen die Länder Ausnahmen machen und auf weitere Corona-Maßnahmen an Schulen verzichten können. Unabhängig davon will man offenbar uneingeschränkt am Präsenzunterricht in der Grundschule und für jüngere Kinder in der Sekundarstufe I festhalten.
Corona Konferenz 25.11.: Maskenpflicht schon in der Grundschule?
Ab welchem Jahr künftig eine Maskenpflicht gilt, ist noch offen. In Bayern müssen jedenfalls auch die Erstklässler einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Ausnahmen sind künftig entweder für den Unterricht oder den Pausenhof denkbar. Die Ansichten dazu gehen in den Kultusministerien auseinander, und die Bildungshoheit liegt in letzter Instanz auch bei den Ländern.
Spahn will Schnelltest-Strategie mit 5 Tagen Quarantäne an Schulen
Gesundheitsminister Jens Spahn will „Infektionsketten wirklich unterbrechen und gleichzeitig lebenspraktisch bleiben“, wie er vor dem Corona-Gipfel am 25.11. vom RND zitiert wird. Er schlägt vor, dass bei einem Infektionsfall sofort die ganze Klasse für 5 Tage in die häusliche Isolation geschickt wird. Bislang ist das teilweise nur bei direkten Sitznachbarn Infizierter der Fall, dann allerdings für 14 Tage. Nun will Spahn erreichen, dass nach 5 Tagen alle mit einem negativen Schnelltest in die Schule zurückkehren können.
Corona an der Schule: Lehrer klagen über Risiko
Dies könnte auch mehr Sicherheit für die Lehrerschaft mit sich bringen, nachdem in der Berufsgruppe aktuell Nervosität herrscht. Der Präsenzunterricht könnte auch durch vermehrte Krankmeldungen aus den Risikogruppen in Frage stehen. Bereits in der ersten Corona-Welle gab es in Baden-Württemberg eine Ausfallquote von über 20 Prozent bei Lehrerinnen und Lehrern, die nur noch für Fernunterricht zur Verfügung standen. Allerdings hat Kultusministerin Susanne Eisenmann inzwischen die Attestpflicht verschärft.
Im Übrigen liegt auch eine vorübergehende De-facto-Aussetzung der Schulpflicht im Bereich des Möglichen, um den Betrieb zu entzerren. Dieser Weg wird bereits in Österreich beschritten, das aktuell einen härteren Lockdown erlebt als Deutschland. Dort ist den Familien sowohl an Schulen als auch an Kitas die Teilnahme an der Notbetreuung freigestellt. Wer zu Hause bleibt, bekommt allerdings im Fernunterricht Pflichtaufgaben gestellt.
Lehrer wollen „Dreisäulen-Hybridmodell“ für die Schule
Der Deutsche Lehrerverband bevorzugt eine Lösung aus drei Elementen in stark betroffenen Regionen. „Mit einem Dreisäulen-Hybridmodell aus täglich oder wöchentlich wechselndem Präsenzunterricht, aus Online-Unterricht und Freiarbeit zu Hause erreicht man sogar Schüler, die in Quarantäne sind“, sagte der Vize-Vorsitzende Jürgen Böhm der „Zeit“. Ginge es nach ihm, sollten sich Bund und Länder auf einen Inzidenzwert einigen, ab dem der Hybridunterricht Pflicht wird.
Droht in diesen Gebieten ein Teil-Lockdown an der Schule?
Stadt Heilbronn (260,7)
Lörrach (213,8)
Stadt Mannheim (235,6)
Stadt Pforzheim (211)
Tuttlingen (226,6)
in Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche
Stand: 22.11.
Quelle: Statistisches Landesamt