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Hans Jakob

Behörde lehnt ab: Friseur will Jugendlichen mit Down-Syndrom anstellen

Ein Ulmer Friseur will seinen Praktikanten mit Down Syndrom sozialversicherungspflichtig anstellen. Der Integrationsfachdienst lehnt ab: Die Arbeit des 18-Jährigen bringe dem Betrieb nichts.

Hans Jakob beim Haareföhnen im Friseursalon Scavo. „Es macht mir Spaß“, sagt der 18-Jährige.
Hans Jakob beim Haareföhnen im Friseursalon Scavo. „Es macht mir Spaß“, sagt der 18-Jährige.
Privat

Hans Jakob hat seine Bestimmung gefunden. Der 18-Jährige, der mit dem Gendefekt Trisomie 21 (Down Syndrom) zur Welt gekommen ist, arbeitet seit 13 Monaten als Praktikant im Friseursalon Scavo in Ulm. Zuverlässig von Dienstag bis Freitagmorgen kommt er zur Arbeit, verbringt die Mittagspause im Café Jam beim Münster, fährt nach der Arbeit mit dem Bus ins Fitness­studio oder nach Hause an den Eselsberg. Montags hilft er seit Jahren ehrenamtlich im Café Canapé in der Weststadt. Im Salon putzt der 18-Jährige unter anderem Regale, reinigt Bürsten, faltet Handtücher, bringt den Kunden Getränke, wäscht und föhnt seit neuestem auch Haare. Sein Arbeitseinsatz lässt sich in Zahlen darstellen, was sein Chef, Friseurmeister Francesco Scavo, auch gemacht hat: Unterm Strich bringt Jakob gut 31 Prozent Leistung.