Wer sagt, dass eine Tiefgarage kein Ort für tiefe Gedanken ist? Ein Vorschlag für eine Selbsterfahrung: Beim Einfahren in die neue Parkgarage am Bahnhof, diese Beton gewordene Hommage an das Auto und das praktische Denken, einfach Hildegard Knef (die gebürtige Ulmerin!) aufdrehen, schön pathetisch, „Wieviel Menschen waren glücklich, daß du gelebt?“. Und wenn das Blech die Spirale immer weiter hinabrollt, entlang an einer der Lichtspindeln des Künstlerduos Anklam Henninger aus Berlin, erklingen die Worte: „Und du gleitest durch Spiralen der Erinnerung, durch Verzweiflung und durch Freude, und die Trauer macht dich stumm, weil du‘s nicht weißt.“ Dazu dieses Hinab-in-den-Hades-Gefühl, das sich beim Hinabfahren einstellt – selbst dem eitelsten PS-Protzer würde das Herz schwer.
Installation „Weißer Zirkel“: Kunst bringt Tiefe in die Garage
Überirdisch unterirdisch: Die Installation „Weißer Zirkel“ von Anklam Henninger lässt einen die Frage nach dem Sinn des Auto-Tempels beinahe vergessen.
Kunst in der Abwärtsspirale: eine Hälfte der Installation „Weißer Zirkel“ in der Bahnhofstiefgarage.⇥
Lars Schwerdtfeger Kunst in der Abwärtsspirale: eine Hälfte der Installation „Weißer Zirkel“ in der Bahnhofstiefgarage.⇥
Lars Schwerdtfeger