Andreas Bichert hat in der Nacht des 14. Oktobers auf dem Nachhauseweg in Langenau eine schreckliche Entdeckung gemacht – ein Baby lag im Glas-Container. Wie die Polizei berichtet, hätte das Neugeborene nach Auskunft der behandelnden Ärzte die Nacht in dem Container aller Wahrscheinlichkeit nach nicht überlebt – wenn Bichert das Kind nicht gerettet hätte. Für diese Hilfeleistung ehrte ihn der Ulmer Polizeipräsident Bernhard Weber nun bei einer kleinen Feierstunde.
Kinderstimme geht Bichert nicht aus dem Kopf
Dabei hätte es auch anders kommen können: Der Langenauer ist zunächst am Glascontainer vorbeigegangen. Er meinte zuerst nur, ein in der Nähe weinendes Baby zu hören, ohne dies aber bestätigen zu können. So ging er schließlich weiter. Als er zu Hause angekommen war, ließ ihn der Gedanke an die Kinderstimme allerdings nicht mehr los und er ging nochmal zu dem Glas-Container. Laut Polizei leuchtete er mit seinem Handy in den Container hinein und sah dort einen Säugling auf Glasscherben liegen. Daraufhin setzte er sofort einen Notruf ab und holte das Baby aus dem dreiviertel gefüllten Altglas-Container. Anschließend wickelte er das unbekleidete Kind in ein T-Shirt und versuchte es bis zum Eintreffen der Rettungskräfte durch Körperkontakt warmzuhalten. Der neugeborene Junge wurde offensichtlich kurz vor seinem Auffinden durch Bichert ausgesetzt, war aber bereits stark unterkühlt. Rettungskräfte brachten das Baby zur ärztlichen Versorgung in eine Kinderklinik.
Mutmaßliche Mutter in Untersuchungshaft
Eine tatverdächtige 38-Jährige, bei der es sich um die Mutter des Kindes handeln soll, wurde kurz darauf festgenommen und kam in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hatte allerdings noch viele „offene Fragen“. Die Ermittlungen der Behörde dauern noch an.