Seitdem am Mittwoch, 27.1.21, der erste Fall einer Coronavirus-Variante im Landkreis bekannt wurde, sind weitere Mutationsbefunde beim Gesundheitsamt im Landratsamt Alb-Donau-Kreis eingetroffen. Alle Befunde weisen die neuartige Mutation an der Stelle N501Y nach, welche die Übertragbarkeit des Virus deutlich erhöht, teilt das Landratsamt mit.
Positive Tests auf Corona-Mutation bei Märsch Import und auf Teva-Baustelle
Jetzt gab es, wie am Fretiag 29.1. bekannt wurde, einen Ausbruch mit bestätigten Fällen der Corona-Mutation im Donautal in Ulm: Bei Angestellten und Arbeitern von Märsch Import und auf der Teva-Baustelle sind bereits mehrere hundert Corona-Tests durchgeführt worden - und werden noch weitere durchgeführt. Die getesteten Menschen befinden sich aktuell in Quarantäne. Bei den beiden unabhängig voneinander durchgeführten Testungen hat es - bei Märsch Import und auf der Teva-Baustelle (nicht im Unternehmen Teva) - bisher jeweils einen positiven Befund auf eine Mutation des Coronavirus gegeben.
Weitere Details und erste Reaktionen
Weitere Details zu den Corona-Fällen im Ulmer Donautal und erste Reaktionen der betroffenen Firmen gibt’s hier...
Sehr hohe Zahl an Kontaktpersonen
Aktuell liegen insgesamt fünf Fälle von Infektionen mit Virus-Varianten vor, die sich auf vier Ausbruchsgeschehen verteilen. Eine besondere Herausforderung stellen dabei die teilweise sehr hohe Zahl an Kontaktpersonen und die komplexen Zusammenhänge dar, die sich über die Beschäftigungsverhältnisse der Infizierten ergibt.
Im Fall des erkrankten Arbeiters, der in einer Sammelunterkunft auf dem Gelände des St. Konradihauses in Schelklingen lebt, wurden am Donnerstag alle Bewohner dieses Hauses sowie des benachbarten Jugendwohnheims und dessen gesamte Mitarbeiterschaft getestet. Der Großteil der Testergebnisse steht noch aus, allerdings zeigen erste positive PCR-Befunde, dass weitere Bewohner der Sammelunterkunft infiziert sind. Ob es sich dabei ebenfalls um Ansteckungen mit Virus-Varianten handelt, ist derzeit unklar. Die Ergebnisse der Mutationsanalysen stehen noch aus.
Mehrere hundert Arbeiter müssen getestet werden
Aufgrund der erhöhten Infektiosität der Virus-Varianten werden umfassende Testungen im Arbeitsumfeld der infizierten Person vorgenommen. Da er auf einer Großbaustelle im Industriegebiet Ulm-Donautal tätig war, betrifft dies mehrere hundert weitere Arbeiter.
Erschwerend kommt hinzu, dass ein Teil davon ebenfalls in beengten Verhältnissen in Sammelunterkünften in anderen Gemeinden wie beispielsweise Ulm, Blaubeuren oder Oberdischingen lebt. Die Kontaktpersonennachverfolgung und Isolierung läuft aktuell noch mit Hochdruck, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.
Weiteres Unternehmen im Donautal betroffen
Es ist aber damit zu rechnen, dass sich die Zahl der Kontaktpersonen weiter erhöht und sich das Ausbruchsgeschehen erweitert. Auch im Fall eines weiteren, im Industriegebiet Donautal angesiedelten Unternehmens wurden zwei Fälle von Infektionen mit Virus-Varianten bekannt. Derzeit gibt es keine Erkenntnisse für einen Zusammenhang mit dem Ausbruch in der Schelklinger Sammelunterkunft, dies muss aber fortlaufend mitbetrachtet werden. Die erkrankten Personen befinden sich an ihren Wohnorten Allmendingen und Blaustein in häuslicher Isolierung.
Dritte Welle wegen jetzt vier Coronavirus-Mutationen? Warnung: bis zu 100.000 Neuinfektionen täglich
Das Gesundheitsamt hat für Freitag, 29.1.21, eine Reihentestung der gesamten Belegschaft veranlasst. Dies betrifft knapp zweihundert Personen.
„Ausbrüche von dieser Größe und Komplexität fordern unser Gesundheitsamt maximal. Die beinah zeitgleiche Testung von rund 1000 Personen bedeutet nicht nur einen extremen Organisationsaufwand, sondern auch ein immenses Arbeitspensum was die Verarbeitung der Ergebnisse bedeutet“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsamtes während einer Lagebesprechung.
Bei den anderen beiden Fällen handelt es sich – nach heutigem Kenntnisstand – um kleinere Infektionsgeschehen mit einer verhältnismäßig geringen Anzahl an Betroffenen. Zudem wurden dem Gesundheitsamt heute Kontaktpersonen von Virus-Varianten-Ausbrüchen aus anderen Landkreisen gemeldet, darunter auch ein Internatsschüler des Kollegs St. Blasien. Die Ermittlung der genauen Sachverhalte und die Kontaktpersonennachverfolgung laufen derzeit.