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Eltern schlagen Alarm

Unbekannte sprechen Kinder im Raum Ulm und Neu-Ulm aus Auto an

Männer, die Kinder aus Autos heraus Süßigkeiten oder eine Mitfahrgelegenheit anbieten: Mehrere Vorfälle im Raum Ulm alarmieren Eltern und Polizei.

Ein Unbekannter soll im Kreis Neu-Ulm ein Schulkind aus dem Auto heraus angesprochen haben. Schnell häuften sich auf Social Media ähnliche Meldungen – auch aus dem Raum Ulm.
Ein Unbekannter soll im Kreis Neu-Ulm ein Schulkind aus dem Auto heraus angesprochen haben. Schnell häuften sich auf Social Media ähnliche Meldungen – auch aus dem Raum Ulm.
Screenshot Social Media, Facebook, WhatsApp

Die vermeintliche Gefahr machte in sozialen Netzwerken am Donnerstag schnell die Runde, wurde auch über Kita- und Schul-Gruppen geteilt: In Pfuhl und Offenhausen sowie auch in Söflingen und in Elchingen seien am Mittwoch (5.2.) von einem weißen Mercedes aus Kinder von zwei Männern angesprochen worden. „Bitte achten Sie auf Ihre Kinder“, lautete die Warnung an die Eltern. Auch die Polizei ist deshalb aktiv geworden, sagt ein Sprecher des Präsidiums in Kempten. Während sich der Verdacht gegen den Mercedes-Fahrer in Luft auflöste, habe man jedoch einen anderen, ähnlichen Fall in Neu-Ulm/Burlafingen indes noch nicht aufklären können.

Da zu dem weißen Mercedes auch das Kennzeichen vermerkt und an die Polizei übermittelt wurde, sei es gelungen, mit dem Fahrer zu sprechen, berichtet der Sprecher des Präsidiums. Dieser habe glaubhaft versichern können, dass er sich einen Scherz erlaubt habe. „Einen dummen Scherz“, wie der Sprecher sagt. Eine böse Absicht habe der Halter aus dem Raum Günzburg offenbar nicht gehabt.

Eltern aus Ulmer Kita warnen in WhatsApp-Gruppe

Auch in einer WhatsApp-Gruppe von Eltern aus einer Kita in der Ulmer Weststadt wird am Freitag eine Information zu dem Vorfall geteilt. Mit der Warnung werden zwei Screenshots verschickt und der Appell, den Vorfall in: "#Ulm einmal kräftig teilen". Demnach habe sich ein Unbekannter jüngst als Lehrer ausgegeben und in Söflingen Kinder angesprochen und versucht anzulocken. Der Ulmer Polizei ist nichts dazu bekannt. Auch in den vergangenen Wochen sind der Polizei keinerlei Fälle dieser Art gemeldet worden.

Am Freitagvormittag (07.01.2025) häuften sich auf Social Media schnell ähnliche Meldungen - auch aus dem Raum Ulm.
Am Freitagvormittag (07.01.2025) häuften sich auf Social Media schnell ähnliche Meldungen - auch aus dem Raum Ulm.
Screenshot Social Media, Facebook, WhatsApp

Mädchen in Burlafingen sollte in fremdes Auto steigen

Unklar ist, was offenbar ebenfalls Anfang der ersten Februarwoche in Burlafingen passiert ist. Dort sei auch ein Schulkind aus einem Auto heraus von einem Mann angesprochen worden: „Das Kind wurde aufgefordert, einzusteigen.“ Die Schülerin habe aber besonnen reagiert, das abgelehnt und sei nach Hause gegangen. Schule und Polizei wurden informiert, mehrere Streifenwagen seien nach Burlafingen entsandt worden – kehrten aber ohne Ergebnis zurück. Zudem habe es verdeckte Maßnahmen gegeben, die die Ermittler aber auch nicht weiterbrachten.

Die betroffene Schülerin war am Montag und am Dienstag jeweils zu Fuß auf dem Weg zur Schule, als sie an der Kreuzung Gerstmayerstraße/Lindauer Straße auf den Mann traf.

„Somit bleibt unklar, ob da jemand eine böse Absicht hatte“, betont der Polizeisprecher. In vielen Fällen stehe nur ein „Hilfegedanke“ dahinter – so gebe es etwa immer wieder das nur gut gemeinte Angebot von Autofahrern, Kinder bei Regenwetter mitzunehmen.

Unbekannte Männer versprechen Süßigkeiten

Der Fall vom Mittwoch hat sich laut Polizei in Elchingen ereignet: Zwei Männer haben demnach einen Schüler, der gegen 13.05 Uhr an der Haltestelle Ortsmitte den Schulbus aus Langenau verließ, vor dessen Haustüre aus dem Mercedes heraus angesprochen. Die Unbekannten sagten, er solle einsteigen, sie hätten Süßigkeiten im Fahrzeug. Der Schüler ignorierte die Ansprache und ging sofort nach Hause, wo er den Vorfall seiner Mutter mitteilte. Diese informierte daraufhin die Polizei.

Die Polizeiinspektion Neu-Ulm leitete umgehend eine Fahndung mit mehreren Streifenfahrzeugen ein, konnte das Fahrzeug im Nahbereich jedoch nicht mehr antreffen. Die Polizei Günzburg überprüfte die Halteranschrift des Pkw, der mit einem Günzburger Kennzeichen versehen war und dessen Kennzeichen sich der Schüler gemerkt hatte. Am Nachmittag desselben Tages trafen Polizeibeamte den Fahrzeugführer, einen 21-jährigen Mann aus Leipheim, an seiner Wohnanschrift an. Er erklärte, der Vorfall sei auf ein Missverständnis zurückzuführen. Laut seiner Aussage habe der Beifahrer, ein 22-Jähriger, den Schüler im Scherz auf die Süßigkeiten angesprochen.

Im Gespräch erklärte der 22-Jährige gegenüber der Polizei, dass tatsächlich Süßigkeiten im Fahrzeug gewesen seien und sie dem Jungen diese als freundliche Geste hätten überreichen wollen. Die Polizei klärte ihn über die möglichen Konsequenzen eines solchen Verhaltens auf. Alle Beteiligten wurden sensibilisiert, um derartige Vorfälle in Zukunft zu vermeiden.

Immer wieder sprechen Fremde Schulkinder an

Nur eine Woche zuvor gab es einen ähnlichen Fall: Kinder der Friedrich-Schiller-Gemeinschaftsschule Eislingen sollen auf dem Schulweg von Fremden angesprochen worden sein. Laut Polizei bestand zwar keine „akute Gefährdung“, doch auf die Meldung hin fuhren die Beamten verstärkt Streife. Auch in Langenau haben fremde Männer im Sommer 2024 Kinder im Grundschulalter aufgefordert, mit ihnen mitzukommen. Die Reaktion einer betroffenen Neunjährigen war vorbildlich. Was der Vorfall bei ihrem Ziehvater auslöst.