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Römisches Freilichtmuseum Stein

Förderverein plant die neue Saison wieder mit schwarzen Zahlen

Die Erfolgsspur haben die Römer aus dem Hechinger Stadtteil in 48 Jahren nie verlassen. Auch das Minus von 2024 können sie dank ihrer Rücklagen verkraften. An diesem Samstag, 29. März, startet die Saison 2025!

Mit der Ernennung von Karl-Josef Gönner (links) zum Ehrenmitglied durch den Förderverein der Villa rustica hat dessen Vorsitzender Gerd Schollian einen Mann der ersten Stunde ausgezeichnet, der seit 1985 bis heute überaus engagiert mit dabei ist.
Mit der Ernennung von Karl-Josef Gönner (links) zum Ehrenmitglied durch den Förderverein der Villa rustica hat dessen Vorsitzender Gerd Schollian einen Mann der ersten Stunde ausgezeichnet, der seit 1985 bis heute überaus engagiert mit dabei ist.
Peter Katzenberger

Es ist eines der größten Freilichtmusen in ganz Süddeutschland, und die Erde unter dem Gelände gibt auch nach Jahrzehnten immer wieder neue Funde aus dem Altertum preis, die oft genug eine Sensation darstellen. Die Villa rustica von Stein wird schon seit bald einem halben Jahrhundert von einem engagierten Förderverein erfolgreich auf Kurs gehalten. Die engagierte Mannschaft um Gerd Schollian und sein emsiges Führungsteam hat jetzt Bilanz gezogen. Das Minus in der Kasse der vergangenen Saison verschafft man durchaus. 2025 sollte trotzdem wieder deutlich mehr Besucher bringen.

Neben einer guten Saison baut der Förderverein auf den weiteren Erhalt der guten Zusammenarbeit mit dem Amt für Denkmalpflege. Bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins Römisches Freilichtmuseum Hechingen-Stein im Hotel "Lamm" freute sich Vorsitzender Gerd Schollian über eine stattliche Anzahl von Mitgliedern, darunter auch Steins Ortsvorsteher Manuel Riecher. Eine lange Liste abzuarbeitender Punkte galt es abzuarbeiten.

Es braucht mehr Sponsoren und Spenden

Dem Bericht Schollians, der gleichzeitig die Bilanzzahlen der Vorsaison erörterte, war zu entnehmen, dass wegen des schlechten Wetters die Besucherzahlen nicht die gewünschten Einnahmen brachten, die der Verein zum Unterhalt und zur weiteren Entwicklung dringend braucht. Zudem seien die Kosten für Strom und Wasser sowie die Spritkosten um ein Vielfaches der Vorjahre gestiegen. Zurückgegangen seien auch Spenden, Sponsorengelder gab es so gut wie gar keine.

Überraschungsfund wird teuer

Dazu kam, dass wegen des überraschenden Fundes von Resten einer Monumentalstatue vor zwei Jahren für deren archäologische Untersuchung und Auswertung ein gewaltiger finanzieller Beitrag vom Verein übernommen werden musste.

Eines der zahlreichen Schmuckstücke des Römischen Freilichtmuseums ist der rekonstruierte Tempelbezirk. Wie es beim Förderverein üblich ist, wurde die Einweihung stilecht begangen.
Eines der zahlreichen Schmuckstücke des Römischen Freilichtmuseums ist der rekonstruierte Tempelbezirk. Wie es beim Förderverein üblich ist, wurde die Einweihung stilecht begangen.
Diana Maute

Die Anschaffung weiterer Container zur Unterbringung des Bauhofes, die gleichzeitig dem Amt für Denkmalpflege für weitere zukunftsweisende Aktionen eine anständige und praktikable Unterkunft bieten, sowie die Fertigstellung der römischen Nordmauer bis zum östlichen Eckturm waren weitere Kostenfaktoren, die den Verein belasteten. Dank einer Rücklage, die der Verein aus Erlösen der Vorjahre angesammelt hat, kam man aber 2024 einem blauen Auge davon.

Die Anlage weiter vorangebracht

Insgesamt gesehen sei der Verein in seiner mittlerweile seit 48 Jahren anhaltenden Erfolgsspur geblieben. Gemeinsam mit dem Amt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, den vielen ehrenamtlich tätigen Mitgliedern, der finanziellen Unterstützung der Stadt Hechingen und des Zollernalbkreises, die den Verein in bescheidenem Maße unterstützen, habe man den Standort Stein mit seinem römischen Landgut weiter vorangebracht, betonte Gerd Schollian. Mit Stolz könne man vermelden, dass es im süddeutschen Raum wohl kaum einen geschichtsträchtigeren Ort gibt, an dem ein großes römisches Landgut des 2. und 3. Jahrhunderts in herrlicher Umgebung einem kulturinteressierten Publikum zur Besichtigung angeboten wird.

Karl-Josef Gönner: Ein Lateiner und Maler wird Ehrenmitglied

Er ist seit 1985 bis zum heutigen Tag ein unverzichtbares und aktiv tätiges Mitglied im Verein. Karl-Josef Gönner, ein ehemaliger Lateinlehrer, war zuerst zusammen mit Gerd Schollian jahrelang als Helfer bei den Ausgrabungen tätig. Dann war er verantwortlich und durch eigenes Handanlegen nach und nach bei der Ausschmückung der römischen Villa erfolgreich engagiert bei den Kunstmalereien. Es folgten die Mitarbeit bei der Rekonstruktion des Tempelbezirks und die dort wieder vorzunehmenden Malereien. Und überhaupt ist da die Mithilfe bei vielen in der Villa vorzunehmenden Erhaltungsmaßnahmen. Das alles sind nur einige der ehrenamtlichen Beschäftigungen von Karl-Josef Gönner. Darüber hinaus hat er sich als perfekter Lateiner immer wieder bei Veranstaltungen wirkungsvoll der im Altertum gebräuchlichen Sprache der gehobenen Klasse in Szene gesetzt. Gerd Schollian überreichte im Auftrag der Vorstandsmannschaft die längst verdiente Verleihungsurkunde und ein persönliches Geschenk mit dem Aufruf, unbedingt auch weiterhin treu zur Stange zu halten.