Es ist eines der größten Freilichtmusen in ganz Süddeutschland, und die Erde unter dem Gelände gibt auch nach Jahrzehnten immer wieder neue Funde aus dem Altertum preis, die oft genug eine Sensation darstellen. Die Villa rustica von Stein wird schon seit bald einem halben Jahrhundert von einem engagierten Förderverein erfolgreich auf Kurs gehalten. Die engagierte Mannschaft um Gerd Schollian und sein emsiges Führungsteam hat jetzt Bilanz gezogen. Das Minus in der Kasse der vergangenen Saison verschafft man durchaus. 2025 sollte trotzdem wieder deutlich mehr Besucher bringen.
Römischer Götterhimmel im Waldboden von Stein ausgegraben
Neben einer guten Saison baut der Förderverein auf den weiteren Erhalt der guten Zusammenarbeit mit dem Amt für Denkmalpflege. Bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins Römisches Freilichtmuseum Hechingen-Stein im Hotel "Lamm" freute sich Vorsitzender Gerd Schollian über eine stattliche Anzahl von Mitgliedern, darunter auch Steins Ortsvorsteher Manuel Riecher. Eine lange Liste abzuarbeitender Punkte galt es abzuarbeiten.
Es braucht mehr Sponsoren und Spenden
Dem Bericht Schollians, der gleichzeitig die Bilanzzahlen der Vorsaison erörterte, war zu entnehmen, dass wegen des schlechten Wetters die Besucherzahlen nicht die gewünschten Einnahmen brachten, die der Verein zum Unterhalt und zur weiteren Entwicklung dringend braucht. Zudem seien die Kosten für Strom und Wasser sowie die Spritkosten um ein Vielfaches der Vorjahre gestiegen. Zurückgegangen seien auch Spenden, Sponsorengelder gab es so gut wie gar keine.
Überraschungsfund wird teuer
Dazu kam, dass wegen des überraschenden Fundes von Resten einer Monumentalstatue vor zwei Jahren für deren archäologische Untersuchung und Auswertung ein gewaltiger finanzieller Beitrag vom Verein übernommen werden musste.
Die Anschaffung weiterer Container zur Unterbringung des Bauhofes, die gleichzeitig dem Amt für Denkmalpflege für weitere zukunftsweisende Aktionen eine anständige und praktikable Unterkunft bieten, sowie die Fertigstellung der römischen Nordmauer bis zum östlichen Eckturm waren weitere Kostenfaktoren, die den Verein belasteten. Dank einer Rücklage, die der Verein aus Erlösen der Vorjahre angesammelt hat, kam man aber 2024 einem blauen Auge davon.
Die Anlage weiter vorangebracht
Insgesamt gesehen sei der Verein in seiner mittlerweile seit 48 Jahren anhaltenden Erfolgsspur geblieben. Gemeinsam mit dem Amt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, den vielen ehrenamtlich tätigen Mitgliedern, der finanziellen Unterstützung der Stadt Hechingen und des Zollernalbkreises, die den Verein in bescheidenem Maße unterstützen, habe man den Standort Stein mit seinem römischen Landgut weiter vorangebracht, betonte Gerd Schollian. Mit Stolz könne man vermelden, dass es im süddeutschen Raum wohl kaum einen geschichtsträchtigeren Ort gibt, an dem ein großes römisches Landgut des 2. und 3. Jahrhunderts in herrlicher Umgebung einem kulturinteressierten Publikum zur Besichtigung angeboten wird.