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RKI-Studie in Kupferzell: Infizierte mit Antikörpern - Fälle ohne Symptome - das sind die ersten Ergebnisse

Über mehrere Wochen nahmen im anfänglichen Infektionshotspot Kupferzell 2203 Menschen bei einer Studie des Robert-Koch-Instituts teil. Jetzt haben die Wissenschaftler erste Ergebnisse vorgestellt.

Bei der RKI-Studie zum Coronavirus in Kupferzell haben zahlreiche Bürger teilgenommen. Der Ort war ein Hotspot mit zahlreichen Infektionen.
Bei der RKI-Studie zum Coronavirus in Kupferzell haben zahlreiche Bürger teilgenommen. Der Ort war ein Hotspot mit zahlreichen Infektionen.
Ralf Reichert

Zwischen dem 20. Mai und dem 9. Juni haben Forscher des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Studie „Corona Monitoring lokal“ durchgeführt. Dabei sind die Daten von 2203 Bürgern aus Kupferzell erhoben worden. Der Ort im Hohenlohekreis war einer der Hotspots in Deutschland. Das Landratsamt dort meldete das höchste Verhältnis zwischen Infektionen und Einwohnerzahl.

Erste Antworten auf Fragen der Foscher

Diese Antworten haben die Forscher auf ihre Fragen bisher gefunden. Sie sind aus einer Zusammenfassung der ersten Ergebnisse vom RKI genommen, die das Landratsamt des Hohenlohekreises verschickt hat.

  • Wie viele Menschen haben Antikörper gegen das Coronavirus gebildet? Die Antwort: 7,7 Prozent der Bürger in Kupferzell haben Antikörper – und damit eine Infektion durchgemacht. Im Verlauf der Studie seien keine neuen Infektionen aufgetreten. 28,2 Prozent der Erwachsenen mit nachgewiesener Infektion haben keine Antikörper entwickelten. Eine Immunität könne aber dennoch bestehen.

  • Wie hoch ist der Anteil an Infektionen ohne Symptome? 16,8 Prozent zeigten keine coronatypischen Symptome. Durch die Studie seien fast viermal so viele Infektionen nachgewiesen worden, als zuvor bekannt waren.

  • Was für Menschen sind häufiger betroffen? 8,7 Prozent der weiblichen Bürger haben Antikörper, bei den Männern sind es nur 6,7 Prozent.

  • Wie oft verläuft eine Erkrankung so schwer, dass Betroffene ins Krankenhaus müssen? Hierzu liefert das RKI noch keine Antworten.

Viele Menschen im Hohenlohekreis hatten sich beim Weinfest „Rebenglühen“ in Bretzfeld und bei einem Kirchenkonzert in Eschenau angesteckt.

So hat das RKI für die Studie untersucht

Die Studie hatte drei Bestandteile:

  • Ein PCR-Rachenabstrich für den Nachweis akuter Infektionen

  • Blutproben für den Nachweis von IgG-Antikörpern

  • Befragungen: Kurz, am Untersuchungstag und eine ausführliche Nachbefragung per Telefon oder online

Die Probanden hat das RKI per Zufall aus dem Einwohnermelderegister aquiriert: Erwachsene wurden eingeladen und konnten freiwillig teilnehmen.

Prof. Dr. Lars Schaade, Vizepräsident des RKI und Dr. Claudia Santos-Hövener, Leiterin der Studie, sprachen zunächst ihren Dank an alle Beteiligten der Studie in Kupferzell aus, heißt es in der Pressemitteilung des LRA. „Unser Ziel war natürlich, schnellstmöglich erste valide Ergebnisse aus der Studie zu präsentieren“, wird Santos-Hövener in der Mitteilung zitiert. „Die Auswertung des umfangreichen Fragebogens läuft derzeit ebenfalls auf Hochtouren“.

Landrat Matthias Neth erleichtert: „Keine weiteren versteckten Infektionsherde“

Auch der Landrat des Hohenlohekreises, Matthias Neth, zeige sich erleichtert: „Wir hatten in Kupferzell keine weiteren versteckten Infektionsherde. Die Infektionskette, die zum damals hohen Anstieg an Fällen geführt hat, konnten wir erfolgreich durchbrechen, die Maßnahmen haben gewirkt.“