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„Reichsbürger“-Prozess

Vom Querdenker zum Terroristen? Der „wirre“ Weg des Dachdeckers Ralf S.

Private Probleme, Stress – und dann kam Corona: Im Stuttgarter „Reichsbürger“-Prozess berichtet der Horber Ralf S. von seiner Radikalisierung. Der 58-Jährige zeigt dabei viele Tränen – und Reue.

Einer der Angeklagten im Stuttgarter „Reichsbürger“ -Prozess, der seit Ende April im Gerichtssaal für Terrorverfahren im Stadtteil Stammheim stattfindet
Einer der Angeklagten im Stuttgarter „Reichsbürger“ -Prozess, der seit Ende April im Gerichtssaal für Terrorverfahren im Stadtteil Stammheim stattfindet
Bernd Weißbrod/dpa-Pool/dpa

Immer wieder kommen dem Angeklagten Ralf S. die Tränen, als er von seinen zwei gescheiterten Ehen erzählt. Als er mit brüchiger Stimme die Konflikte um das Sorgerecht für seine insgesamt vier Kinder anspricht. Als er berichtet, wie ihm „alles über den Kopf gewachsen ist“, weil er neben seinem Dachdeckerbetrieb in Horb am Neckar zeitweise auch noch die Kneipe eines Freundes in Rottenburg übernahm. Und wie er als junger Mann auf einer Baustelle von einem Dach acht Meter in die Tiefe stürzte, danach „minutenlang nicht mehr atmete“ und beim Aufwachen gedacht habe, er liege in einem Sarg.