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Reichsbürger vor Gericht

Erster Terror-Prozess gegen die „Armee“ der Reuß-Gruppe startet

Nach monatelanger Vorbereitung ist es soweit: In Stammheim beginnt der erste Terror-Prozess gegen das„ Reichsbürger“-Netzwerk  um Heinrich Prinz Reuß. Wer sind die Angeklagten, was wird ihnen vorgeworfen?

Einsatz in Reutlingen im März 2023: Einer der Angeklagten soll auf SEK-Beamte geschossen und dabei einen Polizisten schwer verletzt haben.
Einsatz in Reutlingen im März 2023: Einer der Angeklagten soll auf SEK-Beamte geschossen und dabei einen Polizisten schwer verletzt haben.
Marijan Murat/dpa

Das Terror-Verfahren gegen die „Reichsbürger“-Gruppe rund um den Unternehmer Heinrich Prinz Reuß setzt mit insgesamt 26 Angeklagten neue Maßstäbe. Weil ein einzelnes Gericht mit der Größe und Komplexität des Falls überfordert wäre, gibt es gleich drei Prozesse– in Stuttgart, Frankfurt und München. Der Hauptvorwurf zieht sich durch alle Verfahren durch: Die Angeklagten sollen gemeinsam das Ziel verfolgt haben, an einem "Tag X" die bestehende staatliche Ordnung in Deutschland mit Gewalt zu beseitigen und durch eine neue Staatsform zu ersetzen. Dass dabei auch Menschen zu Tode kommen, sei ihnen bewusst gewesen, so die Bundesanwaltschaft in ihrer Anklage. "Säuberungen" und "Aufräumarbeiten" soll das im Gruppen-Jargon geheißen haben, im Visier unter anderem verbliebene Repräsentanten des freiheitlich-demokratischen Rechtsstaats.